|
Neu-Ulmer
Zeitung / 19.06.2026 / von Dagmar Hub
Galerie
auf der Insel zeigt Werke von Otto Hochhauser
Otto
Hochhauser malte, bevor der Krieg seiner Kunst ein Ende setzte.
In der Galerie auf der Insel sind nun 36 Bilder des verstorbenen
Künstlers zu sehen.
Elchingen Eine Ausstellung, wie aus der Zeit gefallen: Der
Thalfinger Galerist Manfred Bittner zeigt in seiner Galerie auf
der Insel 36 Bilder des 1962 verstorbenen Otto Hochhauser. Die Bilder,
die meisten als Aquarelle in Farbe ausgefühlt, manche aber auch
Zeichnungen, entstanden alle vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges
und zeigen dadurch größtenteils touristische Highlights der Region
in ihrem damaligen Zustand.
Otto
Hochhauser entdeckt Ulm und Umgebung auf dem Fahrrad
Otto Hochhauser ist in Wels in Oberösterreich im Jahr 1902 geboren.
Der junge Ingenieur kam nach Ulm, um bei Klöckner-Humboldt-Deutz
zu arbeiten. Seine Frau und die beiden kleinen Töchter kamen nach.
Alte Fotos sind erhalten, die Hochhauser zeigen, wie er mit dem
Fahrrad am Wochenende unterwegs war – ein distinguierter Herr im
Anzug auf dem Rad, die Malutensilien auf dem Gepäckträger. Weil
er sich nicht die Zeit nahm, in den Kirchen zu malen, entstanden
architektonische Skizzen und Studien, auf die er teilweise sogar
den späteren Farbauftrag notierte – also „gold“, „silber“, „marmoriert“
und ähnliche Notizen. Mit dem Kriegsbeginn endete seine Malerei,
auch seine Leidenschaft für Jazz, Swing und für die in Amerika in
den 20er Jahren aufkommende Musik generell konnte er nur noch im
Verborgenen pflegen, weil diese Musik verboten war.
Die
Ausstellung „Akademisch, realistisch“ zeigt, was Otto Hochhauser
auf seinen Radtouren sah: Donaustetten und Kloster Blaubeuren, Kloster
Schelklingen und die Neu-Ulmer Kirche St. Johann Baptist in ihren
damaligen Zustand, die Kirchen von Zwiefalten und Ottobeuren, Schloss
Reutti, die Günzburger Frauenkirche und Kloster Roggenburg. Das
Söflingen der 30er Jahre ist zu entdecken, die Donau aber auch das
kleine Dorf Hörvelsingen, Harthausen oder einfach Fischerhütten
an der Blau.
Hochhausers
Angehörige blieben in Ulm. Der Enkel mit Band spielte bei der Vernissage
Rock‘n‘Roll – dem Opa hätte es sicher gefallen.
---
Langenau
aktuell / 18.06.2026
Zeichnungen
und Aquarelle
Thalfingen
Unterm Titel "akademisch, realistisch" sind in der
Galerie auf der Insel in Thalfingen Zeichnungen und Aqurelle des
Künstlers Otto Hochhauser (1902-1962) zu sehen, der als Ingenieur
aus Oberösterreich nach Ulm zog. Er interessierte sich bereits
in der Zeit, als der Jazz in Deutschland noch verboten war, für
dessen technische Verfahren. Das analytische Denken des Malers Hochhauser
ermöglichte ihm eine - bei aller Bescheidenheit der ländlichen
Motive - oft grandiose Rhythmik in den Bildern, um dann wieder in
eine leise summende Ruhe einzubiegen, wie es in der Mitteilung heißt.
Seine künstlerischen Techniken brachte er sich selbst bei.
Er erschloss sich dazu neben der Malerei autodidaktisch die Instrumente
Klavier und Gitarre. Zu sehen sind seine Werke von 18. Juni bis
26. Juli, donnerstags bis sonntags von 16 bis 18 Uhr.
---
Der
Elchinger / Ausgabe Juli 2026
"akademisch,
realistisch", Otto
Hochhauser (1902-1962) Ulm
Zeichnungen
und Aquarelle Ausstellung
in der Galerie auf der Insel in Thalfingen
Es
ist schon ein ungewöhnlicher Titel, den unsere letzte Ausstellung
vor den großen Ferien trägt: "akademisch, realistisch".
Als
"akademisch" galten lange Zeit jene künstlerischen
Arbeiten, die sich durch große handwerkliche Fertigkeiten
auszeichneten und die im 19. und frühen 20. Jahrhundert mehr
oder weniger durch ethisch orientierte Motive geprägt waren
und eine Ausbildung an der Akademie vorwiesen.
Noch
spezieller und weiter führend sind die Arbeiten dieses außergewöhnlichen
Menschen Otto Hochhauser, der als Ingenieur aus Oberösterreich
nach Ulm zog, bzw. der Zeit geschuldet, ziehen musste und durch
eine interessante Doppelbegabung geprägt war.
Er
interessierte sich bereits in der Zeit, als der Jazz in Deutschland
noch verboten war für dessen technische Verfahren wie z.B.
den Boogie-Woogie-Abläufen und das in den 40er Jahren. Das
analytische Denken des Malers Otto Hochhauser ermöglichte ihm
eine bei aller Bescheidenheit der ländlichen Motive oft eine
grandiose Rhythmik in den Bildern, um dann wieder in eine leise
summende Ruhe einzubiegen.
Merken
Sie? Ich scheine jetzt moderne abstrakte zeitgenössische Bilder
zu analysieren, dabei sind diese hier von der sichtbaren Welt geprägt.
Es ist also nicht der Gegenstand allein, an sich, schlechthin, der
Hochhauser bewegt, sondern die grundlegenden bildnerischen Verfahrensweisen,
die alle große Kunst beseelt. Selten bekommt der Betrachter
auch die Entwürfe und die Planung eines der fertigen Bilder
zu Gesicht, denn oftmals hat der Maler die Zeichnungen, die Planung,
die vorhersehbare Entwicklung eines klassischen Bildes vor sich
und er, der Betrachter kann im Kopf anhand der Zeichnung das Bild
entwicklen. Das war vom Maler nicht unbedingt vorgesehen, dass er
einmal einige seiner Werke im Stile eines "Malbuches"
ausstellt, sondern der wenigen Zeit vor den objekten und Landschaften
geschuldet, machte er rasche Flächenaufnahmen, die dann später
ihre Farbe bekamen.
Wer
war eigentlich Otto Hochhauser?
Geboren
ist er am 1.8.1902 in Wels in Oberösterreich. Er wurde Ingenieur,
technischer Zeichner und Maschinenbauer. 1937 ging, oder musste
er aus wirtwschalftichen Gründen nach Ulm ziehen und hat sich
seine neue Heimat künstlerisch erschlossen. Seine künstlerischen
Techniken hat er sich dabei alle selbst beigebracht und dazu neben
der Malerei erschloss er sich autodidaktisch auch die Instrumente
klavier und Gitarre. Er erwarb Boogie- und Swing.Etüden von
Samy Price usw.
zurück
|