|
Neu-Ulmer
Zeitung / 16.07.2026 / von Dagmar Hub
Meckls
Kunst täuscht das Auge
Franz
Meckl beeindruckt mit hyperrealistisch gemalten Werken. Bald sind
sie in Ulm und in der Thalfinger Galerie zu sehen.
Ulm/Thalfingen
Neben den Büchern im Regal hängt über der weißen Holztür ein rotes
Tuch. Aber halt, das ist eine Täuschung! Weder die Tür, so realistisch
sie erscheinen mag, existiert, noch das Tuch. Und auch Kleid, Arbeitshose
und Mütze an der Garde- robe sind „nur" gemalt: Der Realismus von
Franz Meckls Kunst ist auf so surreale Weise wirklich, dass seine
Kunst etwas Magisches hat. Ab 20. Juli stellt Meckl gemeinsam mit
zwei Bildhauerinnen in der Sparkasse Neue Mitte seine Werke aus,
im September dann mit „Stille Räume" in Manfred Bittners Thalfinger
Galerie auf der Insel.
Unzählige
Schüler haben Franz Meckl, der an der Münchner Akademie der Bildenden
Künste studierte, am Pfuhler Bertha-von-Suttner-Gymnasium erlebt.
Damals malte der Kunsterzieher selbst vor allem in jenen Zwischenstunden,
wenn er nicht unterrichtete. Heute, im Ruhestand, vergeht kein Tag
ohne die Kunst. Meistens beginnt er gleich nach dem Frühstück, erzählt
seine Partnerin Gabriele Holzgraefe.
Wie
viele Bilder im Haus in Bühl lagern? Das weiß er selbst nicht, gibt
Franz Meckl zu. „Hunderte", vermutet er. In letzter Zeit waren es
Räume, Hotelzimmer, Kirchenräume oder denen der Lichteinfall den
Künstler so faszinierte, dass er die Momente auf der Leinwand festhalten
musste. Von einem Tisch sind gerade beschriebene Bögen gefallen.
Waren es Notizen, die verworfen wurden, oder hat der durch ein geöffnetes
Fenster kommende Wind sie zu Boden geweht?
Andererseits fasziniert den 1948 im Fichtelgebirge geborenen Künstler
seit langer Zeit das Spiel von Licht und Schatten auf Alltagsgegenständen.
Auf zerknitterten Einkaufstüten, auf leeren Konserven- oder Getränkedosen,
oder auch auf einem blauen Müllsack, der so realistisch wirkt, als
wäre er gerade eben erst gegen eine Wand gelehnt worden. Aber das
Tuch auf dem Tisch liegt nicht glatt, sondern beult sich aus. Was
mag darunter liegen? Und weswegen ist der Tisch auf dem Bild, das
er „ultima cena", letztes Abendmahl, nennt, so derartig karg gedeckt?
Die
Bilder erzählen Geschichten, aber sie stellen auch Fragen, die Kopf
und Seele des Betrachters zu beant- worten suchen. "Bilder
haben nicht nur eine schmückende Aufgabe", sagt Meckl, sie sollen
den, der sie betrachtet, auch zu Gedankengängen auch die Stiege
im eigenen Keller, bei Ab 20. Juli sind die Werke von Franz Meckl
in der Sparkasse Neue Mitte zu sehen. Foto: Dagmar Hub motivieren.
So, wie es ihm selbst ergeht: Franz Meckl liebt die Lyrik, seit
er denken kann, lernte Gedichte systematisch auswendig. Rilke und
Hesse vor allem, aber auch vom Expressionisten Georg Trakl.
Ihn
habe immer beschäftigt, sagt der Künstler, wie man die in den Gedichten
gefassten Bilder in visuelle Bilder umsetzen könnte. „Eigentlich
bin ich ein spät geborener Romantiker", sagt der Maler. Deshalb
tauchen Motive auf seinen Werken auf, die sich in den Gedichten
finden, und bisweilen sind auf der Rückseite sei- ner Kunstwerke
auch Zitate aus Gedichten notiert. Auch wenn gerade unter den aktuell
entstandenen Bildern eine ganze Reihe sind, die vor allem Licht
und Schatten und wenig Farbigkeit transportieren, so träumt Franz
Meckl gerade auch von einer Ausstellung mit Werken in der leuchtenden,
lebendigen Farbe Rot. Dazu gehören auf jeden Fall seine Bilder gebrauchter
roter Einkaufstüten, von in rote Folie gewickelten Bonbons und die
roten Schuhe. Wofür stehen sie als Symbol nicht alles: für Macht
und Opferbereitschaft, wenn ein Papst sie trägt, für Eitelkeit und
Ungehorsam im Märchen. Vor einem Bild in der Ausstellung in der
Neuen Mitte allerdings wird manchem das Wasser im Mund zusammenlaufen
- so echt wirkt der SchokoKrapfen, den Franz Meckl dort zeigen wird.
----------
Elchinger
/ Ausgabe September 2026
"Stille
Bilder - sprechende Räume!"
Franz
Meckl wieder in der Galerie auf der Insel in Thalfingen
Es
ist wohl der am Horizont wachsende Herbst, der die Künstler nach
manchen Sommer-Events wieder in die Galerie treibt, bzw. treiben
wird.
So
laufen im September auch in der "Galerie auf der Insel" in Thalfingen
die Vorbereitungen zur ersten Ausstellung im Herbst des Jahres,
die wieder von Franz Meckl aus Bühl bestritten wird.
Franz
Meckl ist kein Unbekannter, hat er doch auch bis vor Kurzem eine
spannende Ausstellung mit Ausstellungseröffnung: hochmodernen Stillleben
inder Sparkasse der neuen Mitte in Ulm gezeigt. Hierbei hatte er
dem Gattungsbegriff "Stillleben" einen ganz neuen Inhalt beschert.
"Stille
Bilder - sprechende Räume!" lautet der Titel von Meckls neuester
Ausstellung in der Galerie auf der Insel.
Der
Maler beschert dem Betrachter mit diesen Bildern auf den ersten
Blick eine ungewohnte Stille und Verlassenheit.
Es
sind Bilder an den Wänden, die den Betrachter auf sich selbst verweisen
und nach der Erreichung einer großen eigenen Ruhe wieder in die
Bilderfreiheit unserer gewohnten Welt entlassen.
zurück
|